Reifenwechsel: Kosten, Ablauf – und wann sich Selbermachen lohnt

Zuletzt aktualisiert am 25.08.2026

Zweimal im Jahr steht er an: der Wechsel zwischen Sommer- und Winterrädern. Doch was kostet der Reifenwechsel eigentlich, was passiert dabei in der Werkstatt – und lohnt es sich, selbst zur Bordwerkzeugkiste zu greifen?

Dieser Artikel aus dem Reifen-Ratgeber gibt den Überblick über Kosten, Ablauf und die Grenzen des Selbermachens. Wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist, erklärt der Artikel zur O-bis-O-Regel.

Auf dieser Seite

Kurz & knapp

  • Radwechsel = komplette Räder umstecken (Sommer ↔ Winter). Reifenwechsel = neue Reifen auf die vorhandene Felge aufziehen – das geht nur mit Montiermaschine in der Werkstatt.
  • Ein Radwechsel kostet in der Werkstatt typischerweise 20–50 €, mit Auswuchten mehr; neue Reifen aufziehen inkl. Wuchten meist 15–35 € pro Reifen.
  • Selbermachen ist beim Radwechsel möglich – Pflicht sind Drehmomentschlüssel, kreuzweises Anziehen und Nachziehen nach 50–100 km.
  • Bei Fahrzeugen mit RDKS-Sensoren muss das System nach dem Wechsel oft neu angelernt werden.

Radwechsel oder Reifenwechsel? Der kleine, teure Unterschied

Im Alltag werden beide Begriffe gemischt, gemeint sind aber zwei verschiedene Arbeiten:

  • Radwechsel (Räder umstecken): Die kompletten Räder – Reifen samt Felge – werden getauscht, zum Beispiel von Sommer- auf Winterräder. Das ist die klassische Arbeit im Frühjahr und Herbst.
  • Reifenwechsel (Reifen aufziehen): Alte Reifen werden von der Felge demontiert und neue montiert, gewuchtet und mit neuem Ventil versehen. Dafür braucht es Montier- und Wuchtmaschine – das ist keine Arbeit für die heimische Garage.

Was kostet der Reifenwechsel? Typische Preise

Die Preise variieren je nach Region, Fahrzeug und Radgröße – zur Orientierung die marktüblichen Spannen:

Leistung
Übliche Kosten
Radwechsel (4 Räder umstecken)
ca. 20–50 €
Radwechsel inkl. Auswuchten
ca. 40–80 €
Neue Reifen aufziehen, wuchten, Ventil (pro Reifen)
ca. 15–35 €
RDKS-Sensoren anlernen
ca. 0–30 € (je nach System)
Altreifenentsorgung (pro Reifen)
ca. 3–5 €
Rädereinlagerung (pro Saison)
Saisonpauschale je Standort

Runflat-Reifen und große Räder (ab 19 Zoll) liegen am oberen Ende der Spannen. Was Runflat-Reifen auszeichnet, erklärt der Artikel XL-, Runflat- und M+S-Reifen.

So läuft der Radwechsel in der Werkstatt ab

  1. Fahrzeug auf die Hebebühne, Räder demontieren
  2. Sichtprüfung: Profiltiefe, Reifenalter, Beschädigungen, Bremsen im Blick
  3. Räder achsweise korrekt montieren (Laufrichtung beachten)
  4. Verschraubung mit Drehmomentschlüssel auf Herstellervorgabe anziehen
  5. Reifendruck einstellen, RDKS anlernen, ggf. Räder einlagern

Der Termin dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Die Sichtprüfung ist dabei mehr wert, als sie kostet: Risse, Beulen oder zu wenig Profil fallen auf, bevor sie zum Sicherheitsrisiko werden – die gesetzlichen Grenzen stehen im Artikel Mindestprofiltiefe.

Räder selbst wechseln: Das brauchen Sie

Der Radwechsel ist mit etwas Übung selbst machbar. Voraussetzungen:

  • Stabiler Wagenheber und fester, ebener Untergrund
  • Drehmomentschlüssel – Radschrauben nach Herstellervorgabe anziehen (je nach Fahrzeug meist 110–140 Nm), niemals nur „nach Gefühl“ oder mit dem Schlagschrauber „bis fest“
  • Kreuzweises Anziehen der Schrauben, damit das Rad plan anliegt
  • Nachziehen nach 50–100 km – Pflicht, keine Empfehlung
  • Markierung der Radpositionen (VL, VR, HL, HR) für gleichmäßigen Verschleiß

Wann die Werkstatt die bessere Wahl ist

  • RDKS-Pflichtfahrzeuge: Direkte Sensoren müssen oft mit einem Diagnosegerät angelernt werden – Details im Artikel RDKS erklärt.
  • Unwucht: Vibrationen im Lenkrad ab ca. 100 km/h deuten auf Wuchtbedarf – das geht nur maschinell.
  • Festgerostete Räder oder Schrauben, fehlendes Werkzeug, kein sicherer Stellplatz.
  • Einlagerung gewünscht: Wechsel und Einlagerung lassen sich in einem Termin erledigen.

Praxis-Tipp

Buchen Sie den Wechseltermin früh: Rund um den ersten Frost im Herbst und Ostern im Frühjahr sind Werkstatttermine knapp. Wer mit abgefahrenen oder falschen Reifen in den Winter startet, riskiert außerdem Bußgelder und Ärger mit der Kaskoversicherung.

Häufige Fragen zum Reifenwechsel

Wie lange dauert ein Radwechsel?

In der Werkstatt etwa 20 bis 30 Minuten für alle vier Räder inklusive Sichtprüfung, Drehmoment und Reifendruck. Mit Auswuchten oder RDKS-Anlernen entsprechend etwas länger.
Die Konditionen unterscheiden sich je nach Niederlassung und Fahrzeug. Termin und Preisauskunft erhalten Sie direkt über den REIFF Terminservice oder telefonisch in Ihrer Niederlassung.
Nicht zwingend bei jedem saisonalen Wechsel. Spätestens bei Vibrationen im Lenkrad, nach einer Reifenreparatur oder bei neu aufgezogenen Reifen ist Auswuchten aber Pflicht – Unwucht erhöht Verschleiß an Reifen, Radlagern und Fahrwerk.
Ja, der Radwechsel ist keine garantierelevante Arbeit. Entscheidend ist, dass korrekt gearbeitet wird: richtiges Drehmoment, kreuzweises Anziehen, Nachziehen nach 50–100 km. Ein falsch angezogenes Rad ist ein echtes Sicherheitsrisiko.
Als Faustregel gilt die O-bis-O-Regel: Oktober bis Ostern. Rechtlich zählt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht – bei Schnee, Eis und Glätte sind Reifen mit Alpine-Symbol vorgeschrieben, unabhängig vom Datum.

Hinweis: Preisangaben sind marktübliche Richtwerte (Stand: August 2026) und können je nach Niederlassung, Fahrzeug und Radgröße abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben des Fahrzeugherstellers. Inhalt geprüft durch die KFZ-Meisterbetriebe von REIFF.

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