RDKS erklärt: So funktioniert das Reifendruckkontrollsystem

Zuletzt aktualisiert am 25.08.2026

Seit November 2014 gehört es in jeden neu zugelassenen Pkw: das Reifendruckkontrollsystem, kurz RDKS (englisch TPMS). Es warnt, bevor schleichender Druckverlust zum Sicherheitsrisiko wird – sorgt aber auch für Fragen: Was bedeutet die Warnleuchte? Brauchen Winterräder eigene Sensoren? Und was kostet das Ganze?

Dieser Artikel aus dem Reifen-Ratgeber erklärt beide Systemarten und was beim Radwechsel zu beachten ist. Welche Druckwerte überhaupt richtig sind, steht im Artikel Reifendruck richtig einstellen.

Auf dieser Seite

Kurz & knapp

  • RDKS ist für alle Pkw mit Erstzulassung ab dem 1. November 2014 Pflicht (EU-Verordnung).
  • Direkte Systeme messen den Druck mit Sensoren im Rad, indirekte Systeme erkennen Abweichungen über die ABS-Raddrehzahl.
  • Nach Radwechsel oder Druckkorrektur muss das System zurückgesetzt bzw. neu angelernt werden.
  • Sensor-Batterien halten etwa 5–7 Jahre; ein neuer Sensor kostet meist 40–80 € plus Montage.
  • Ein defektes RDKS gilt bei der Hauptuntersuchung als Mangel.

Was ist RDKS und seit wann ist es Pflicht?

Das Reifendruckkontrollsystem überwacht den Reifendruck während der Fahrt und warnt bei deutlichem Druckverlust über eine Kontrollleuchte im Cockpit. Hintergrund der EU-Pflicht (Verordnung (EG) Nr. 661/2009): Zu niedriger Druck verlängert den Bremsweg, erhöht den Verbrauch und ist eine häufige Ursache für Reifenpannen bis hin zum Reifenplatzer.

Pflicht ist das System für alle Pkw und Wohnmobile (Klasse M1), die ab dem 1. November 2014 erstzugelassen wurden. Das RDKS ersetzt die regelmäßige manuelle Kontrolle übrigens nicht: Es warnt erst bei deutlichem Druckverlust – schleichende Abweichungen prüfen Sie weiterhin selbst.

Direktes vs. indirektes RDKS: die Unterschiede

Direktes RDKS
Indirektes RDKS
Messprinzip
Drucksensor im Rad (meist am Ventil)
Raddrehzahl-Vergleich über ABS/ESP
Genauigkeit
Echter Druckwert je Rad, oft mit Anzeige
Erkennt nur Abweichungen, keine Werte
Hardware im Rad
Ja – Sensoren mit Batterie (5–7 Jahre)
Nein
Folgekosten
Sensoren, Ventil-Service, Anlernen
Praktisch keine
Nach Radwechsel
Anlernen/Zuordnen der Sensoren
Reset per Knopf/Bordmenü

Welches System Ihr Fahrzeug hat, verrät die Betriebsanleitung – als Faustregel: Zeigt das Auto für jedes Rad einen konkreten Druckwert an, ist es ein direktes System.

RDKS-Warnleuchte leuchtet: Was jetzt zu tun ist

  1. Anhalten und prüfen: Bei nächster Gelegenheit den Druck an allen vier Rädern messen. Die Warnung kommt nicht grundlos – auch wenn der Reifen äußerlich normal aussieht.
  2. Druck korrigieren auf den Wert laut Tankdeckel/B-Säule.
  3. System zurücksetzen bzw. neu kalibrieren (Bordmenü oder Reset-Taste), sonst bleibt die Warnung aktiv.
  4. Warnung kommt wieder? Dann verliert ein Reifen kontinuierlich Druck – häufige Ursache ist ein eingefahrener Fremdkörper. Wie Sie dann reagieren, steht im Artikel Nagel im Reifen.

Blinkt die Leuchte zunächst, deutet das bei vielen Fahrzeugen auf einen Systemfehler hin – etwa einen defekten Sensor oder eine leere Sensorbatterie. Das klärt die Werkstatt per Diagnosegerät.

Radwechsel mit RDKS: Das ist zu beachten

  • Eigene Sensoren für den zweiten Radsatz: Bei direktem RDKS brauchen auch die Winterräder Sensoren – einmalige Investition, die beim Komplettradkauf gleich mitgeplant werden sollte.
  • Anlernen nach dem Wechsel: Je nach Fahrzeug lernen sich die Sensoren selbst an (einige Kilometer Fahrt) oder müssen per Diagnosegerät zugeordnet werden.
  • Ventil-Service beim Reifenwechsel: Dichtungen und Ventileinsätze der Sensoren werden beim Aufziehen neuer Reifen erneuert – das verhindert schleichenden Druckverlust am Sensorventil.
  • Batterie fest verbaut: Ist die Sensorbatterie nach 5–7 Jahren leer, wird der komplette Sensor getauscht.

Mehr zu Ablauf und Kosten des Wechsels selbst: Reifenwechsel: Kosten und Ablauf.

Was kostet RDKS?

Leistung
Übliche Kosten
Neuer RDKS-Sensor (pro Rad)
ca. 40–80 € zzgl. Montage
Sensoren anlernen/zuordnen
ca. 0–30 €
Reset bei indirektem System
kostenlos (selbst per Bordmenü)
Ventil-Service beim Reifenwechsel
wenige Euro pro Rad

RDKS und Hauptuntersuchung

Bei Fahrzeugen mit RDKS-Pflicht prüft die HU, ob das System funktioniert. Eine dauerhaft leuchtende RDKS-Warnung oder stillgelegte Sensoren gelten als Mangel und können die Plakette kosten. Vor dem HU-Termin lohnt sich also der Check – zum Beispiel im Rahmen der HU-Vorbereitung bei REIFF.

Praxis-Tipp

Beim Kauf von Winterkompletträdern die Sensoren direkt mitbestellen und in der Werkstatt anlernen lassen – das erspart die Warnleuchten-Überraschung nach dem ersten Wechsel. Das RDKS ersetzt außerdem nicht den regelmäßigen manuellen Druck-Check alle zwei bis vier Wochen.

Häufige Fragen zum RDKS

Ist RDKS Pflicht?

Ja – für alle Pkw und Wohnmobile mit Erstzulassung ab dem 1. November 2014. Das System darf nicht stillgelegt werden; ein nicht funktionierendes RDKS gilt bei der Hauptuntersuchung als Mangel.
Bei direktem RDKS ja: Jeder Radsatz braucht eigene Sensoren, die dem Fahrzeug zugeordnet werden. Bei indirektem RDKS sind keine Sensoren nötig – nach dem Radwechsel genügt der Reset über das Bordmenü.
Die Batterie ist fest im Sensor verbaut und hält etwa fünf bis sieben Jahre. Ist sie leer, wird der komplette Sensor getauscht – sinnvollerweise beim ohnehin anstehenden Reifenwechsel, dann entfallen doppelte Montagekosten.
Für die Warnung vor deutlichem Druckverlust zuverlässig, aber ungenauer als ein direktes System: Es zeigt keine Druckwerte an und erkennt gleichmäßigen Druckverlust an allen vier Rädern schlechter. Der regelmäßige manuelle Check bleibt deshalb wichtig.
Ja, es gibt Nachrüstlösungen mit Sensoren und separater Anzeige. Für Fahrzeuge ohne RDKS-Pflicht (Erstzulassung vor November 2014) ist das freiwillig, aber ein Sicherheitsgewinn – besonders bei Vielfahrern und Anhängerbetrieb.

Quellen und Rechtsgrundlagen: Verordnung (EG) Nr. 661/2009

Hinweis: Preisangaben sind marktübliche Richtwerte (Stand: August 2026) und können je nach Niederlassung, Fahrzeug und Radgröße abweichen. Maßgeblich sind stets die Angaben des Fahrzeugherstellers. Inhalt geprüft durch die KFZ-Meisterbetriebe von REIFF.

RDKS-Service bei REIFF

Sensoren prüfen, anlernen oder tauschen: Die REIFF Meisterwerkstatt übernimmt den kompletten RDKS-Service – auf Wunsch direkt beim saisonalen Radwechsel.

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