Elektroauto in der Werkstatt: Wartung, HV-Service und was anders ist

Zuletzt aktualisiert am 25.08.2026

Elektroautos brauchen keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen und keinen Auspuff. Wartungsfrei sind sie deshalb nicht. Bremsen, Fahrwerk, Klimaanlage, Reifen und das Hochvoltsystem gehören weiterhin regelmäßig geprüft – teilweise sogar aufmerksamer als beim Verbrenner.

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Was beim Elektroauto entfällt

Ohne Verbrennungsmotor gibt es keinen Ölwechsel, keine Ölfilter, keine Zündkerzen, keinen Zahnriemen, keinen Auspuff und keinen Partikelfilter. Das reduziert die Zahl der Verschleißteile deutlich und macht die planmäßige Wartung schlanker.

Getriebe gibt es meist nur als einstufige Untersetzung mit Lebensdauerfüllung. Was bleibt, sind sicherheitsrelevante Bauteile – und genau die stehen bei der Wartung im Mittelpunkt.

Bremsen: weniger Verschleiß, mehr Korrosion

Ein Großteil der Verzögerung läuft über die Rekuperation, der Elektromotor bremst und lädt dabei die Batterie. Die Reibbremse kommt seltener zum Einsatz, Beläge halten oft doppelt so lange wie beim Verbrenner.

Das führt aber zu einem neuen Problem: Wenig genutzte Scheiben rosten an, die Beläge können festbacken und die Bremswirkung wird ungleichmäßig. Deshalb gehören Bremsen beim E-Auto regelmäßig gereinigt und die Sättel gangbar gemacht.

Reifen: höheres Gewicht, sofortiges Drehmoment

Elektrofahrzeuge sind schwerer und stellen ihr Drehmoment sofort bereit. Beides erhöht den Reifenverschleiß spürbar. Viele Modelle benötigen Reifen mit erhöhter Tragfähigkeit und geräuschdämpfendem Innenschaum.

Achten Sie auf die im Fahrzeugschein eingetragenen Größen und Tragfähigkeitsindizes. Was die Kennzeichnungen bedeuten, erklärt der Beitrag zu Reifenkennzeichnung, und wie sich der Verschleiß entwickelt, zeigt der Beitrag zur Lebensdauer von Autoreifen.

Hochvoltsystem: Prüfung durch qualifiziertes Personal

Arbeiten am Hochvoltsystem dürfen nur von entsprechend qualifizierten Fachkräften ausgeführt werden. Dazu zählen das Freischalten des Systems, Prüfungen an Leitungen und Steckverbindungen sowie Isolationsmessungen.

Bei der planmäßigen Wartung werden Sichtprüfung der orangefarbenen Leitungen, Zustand der Batteriekühlung und Fehlerspeicher des Batteriemanagements kontrolliert. Auch das Ladekabel und die Ladebuchse gehören dazu.

Batteriekühlung und Klimakreislauf

Die Traktionsbatterie wird bei den meisten Fahrzeugen flüssigkeitsgekühlt und ist oft in den Klimakreislauf eingebunden. Kühlmittelstand und Zustand sind deshalb sicherheitsrelevant, nicht nur eine Komfortfrage.

Wärmepumpensysteme arbeiten zudem mit demselben Kältemittel wie die Klimaanlage. Ein Klimaservice ist beim Elektroauto damit auch für die Reichweite im Winter relevant.

12-Volt-Batterie: der häufigste Ausfallgrund

Auch Elektroautos haben eine kleine 12-Volt-Batterie für Steuergeräte, Licht und das Wecken des Systems. Fällt sie aus, lässt sich das Fahrzeug nicht mehr starten – trotz voller Traktionsbatterie.

Sie altert wie in jedem anderen Fahrzeug und sollte regelmäßig geprüft werden. Was auf einen bevorstehenden Ausfall hindeutet, steht im Beitrag zur Autobatterie.

Hauptuntersuchung beim Elektroauto

Die Hauptuntersuchung gilt unverändert, nur die Abgasuntersuchung entfällt. Zusätzlich wird das Hochvoltsystem auf Isolationsfehler und Beschädigungen geprüft, ebenso die Sicherheitskennzeichnung.

Beanstandet werden häufig korrodierte Bremsscheiben, verschlissene Reifen durch das hohe Gewicht und Schäden am Unterboden im Bereich des Batteriegehäuses.

FAQ: Elektroauto und Werkstatt

Muss ein Elektroauto zur Inspektion?

Ja. Der Umfang ist kleiner, aber Bremsen, Fahrwerk, Reifen, Klimaanlage und das Hochvoltsystem werden nach Herstellerplan geprüft.

Deutlich länger, weil die Rekuperation den größten Teil der Verzögerung übernimmt. Dafür neigen die Scheiben zu Korrosion und müssen gepflegt werden.

Meist ja, wegen des höheren Gewichts und des sofort anliegenden Drehmoments. Oft sind Reifen mit erhöhter Tragfähigkeit vorgeschrieben.

Nur entsprechend qualifizierte Fachkräfte. Freischalten, Isolationsmessung und Arbeiten an HV-Leitungen sind streng geregelt.

Für Steuergeräte, Beleuchtung und das Wecken des Fahrzeugs. Fällt sie aus, lässt sich das Auto trotz voller Traktionsbatterie nicht starten.

Ja. Die Hauptuntersuchung selbst bleibt aber unverändert und wird um Prüfpunkte am Hochvoltsystem ergänzt.

Elektrofahrzeug-Service bei REIFF

Wartung nach Herstellerplan, Prüfung am Hochvoltsystem durch qualifizierte Fachkräfte, Bremsenpflege und passende Reifen für das höhere Gewicht.

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